perlen

Damals wie heute steht die Perle für Schönheit, Wohlstand und Glück.

Aber nicht nur die Geschichte, sonder auch die Entstehung ist atemberaubend. Hier erfahren Sie, wie eine Perle entsteht und funktioniert.

 

 

Bereits 2206 vor Christus wurde die Perle erwähnt.

Im gesamten Altertum, in der arabischen Welt, in Persien sowie in  Indien wurden Perlen hoch geschätzt. In der islamistischen Perlensymbolik wird die Perle in der Regel mit Jungfräulichkeit verbunden.

Auch bei den Griechen und Römern waren die Schätze des Wassers sehr begehrt. Die Römer übernahmen den griechischen Namen Margarita (Perle) auch als Bezeichnung für die Geliebte. Viele Muscheln erhielten später den Namenszusatz Margaritifera, ein Begriff, den man noch heute im Namen Margarete findet.

 

Die Perle galt nicht nur als Indikator für Reichtum und Würde (China), vielmehr war sie auch ein gepriesenes Aphrodisiakum. Sie wurde unter anderem als Heilmittel gegen Melancholie und Wahnsinn eingesetzt.

 

 

Naturgewachsene Perlen finden sich äußerst selten. Sie bilden sich unter nicht genau geklärten Umständen. Die frühere Vermutung, ein Sandkorn, welches in die Muschel eindringt, sei der Auslöser für die Entstehung einer Perle, wurde mittlerweile von wissenschaftlicher Seite wieder verworfen.

 

Der Mensch ist kreativ

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lernten japanische Forscher eine Methode kennen, mit welcher die "künstliche" Herstellung von Perlen möglich wurde. Künstlich ist aber nur der erste Schritt im Prozess der Entstehung, nicht die Perle an sich. Dank dieser klugen Köpfe können sich viele Menschen über die Edelsteine des Wassers erfreuen.

Diese Perlen nennt man Zuchtperlen.

Entstehung einer Zuchtperle

Die gezüchtete Perle ist die Frucht einer einzigartigen Zusammenarbeit zwischen Mensch und Natur.

Eine gezüchtete Perle durchläuft den selben Prozess des Aufbaues von Perlmutt wie eine nicht gezüchtete Perle. Jedoch beginnt Sie Ihn durch die Mithilfe des Menschen.

 

Die Vorbereitung der Muschel

Wie in der Chirurgie bedeutet das Impfen von Muscheln sowohl Kunst als auch Wissenschaft. Es umfasst höchste Genauigkeit, gute Werkzeuge und den richtigen Zugang.

 

Gut geschulte Techniker führen diese komplizierten Operationen aus, die aus dem vorsichtigen Öffnen einer ausgewachsenen Auster und dem Einsetzen des Nukleus mit dem Mantelgewebe besteht. Der Nukleus ist ein perfekt rundes Kügelchen, dass aus der Schale einer Flussmuschel gewonnen wird; das Mantelgewebe ist ein kleines Stück Gewebe von einer anderen Muschel.

Dieses Mantelgewebe, dass die für die Perlmutterzeugung notwendigen Epithelzellen beinhaltet, formt einen Sack rund um den implantierten Nukleus. Sobald der Sack geschlossen ist, beginnen die Zellen die Perlmuttsubstanz auszuscheiden.

 

Obwohl die Züchter die Austern besonders auf die Impfung vorbereiten, ist das Risiko des Fehlschlages noch immer hoch. Nur etwa 50% der behandelten Muscheln sind ertragreich.

 

Nachdem die Auster der Impfprozedur unterzogen wurde, wird sie vorsichtig für die Dauer von 2 Jahren ins Wasser zurückgebracht. Wenn die Natur dazu bereit ist, wird die Auster den Nukleis mit ungefähr 1000 Lagen Perlmutt überziehen.

 

Die Ernte erfolgt

Nach sechs Jahren sorgfältiger Betreuung sind die Austern zur Ernte bereit. Wenn es die klimatischen-, Wasser- und andere Bedingungen erlauben, haben die "Zweischaligen" einige wunderschöne Perlen erzeugt. Von 100 Austern in einer Zuchtanlage bleiben nur etwa die Hälfte über den gesamten Wachstumsprozess gesund. Von diesen produzieren 30% Perlen von guter Qualität aber nur eine oder zwei von diesen sind makellos.

 

Techniker entnehmen vorsichtig alle Zuchtperlen und waschen sie unverzüglich mit Süßwasser. Dann werden sie getrocknet und leicht poliert. Als nächstes sortiert man sie nach Größe, Form, Glanz und Farbe. Keine leichte Aufgabe wenn man bedenkt, wie individuell jede Perle ist. Der nächste Arbeitsschritt ist das Bohren des Loches, ein kniffliges Unterfange. Die Techniker müssen besonders vorsichtig sein, um das Loch genau in der Mitte der Perle zu zentrieren. Der letzte und vielleicht arbeitsaufwendigste Schritt ist, vergleichbare Perlen zu finden. Händlier müssen vielleicht Tausende begutachten, um für ein Collier die passenden Perlen zu selektionieren.

kleiner Tipp am Rande

Eine echte, gezüchtete Perle erkennn Sie an der Oberfläche. Die einfachste Methode ihre Echtheit zu festzustellen: Reiben Sie zwei Perlen (vorsichtig!) aneinander. Der feine Aufbau der Aragonitblättchen erzeugt ein knirschendes Geräusch. Das hört man nicht nur, man kann es direkt fühlen. Unechte Perlen reiben sich lautlos.

Ihr Perlenhändler berät Sie gerne.